Lehre Weiterbildung FHNW

CAS Praxisausbildung

Kommunikative Kompetenzen entwickeln und begleiten in der PA

Für eine erfolgreiche berufliche Praxis benötigen Fachkräfte der Sozialen Arbeit ausgeprägte kommunikative Kompetenzen. Simulationen und Trainingselemente im Studium sind zum Erwerb kommunikativer Kompetenzen eine notwendige Vorstufe, aber nicht hinreichend: Studierende sind auf kommunikatives Handeln in den Realsituationen der Praxisausbildung angewiesen. Dabei gilt: „Erfahrung haben“ entsteht nur durch „Erfahrungen machen“. Die besondere Herausforderung beim Kommunikationslernen in der Praxisausbildung liegt darin, dass Lern- und Arbeitssituationen zusammenfallen, Situationen nur teilweise planbar sind und Anforderungen nur teilweise regulierbar sind: Gelernt wird im Ernstfall sozialer Berufspraxis. Dies hat einige bedeutsame Folgen für das Lernen – reale Handlungssituationen mit Klientinnen und Klienten, situatives, schnelles Handeln und die Möglichkeit realen Scheiterns machen das Kommunikationslernen von Studierenden und dessen Begleitung in diesen Lernsituationen anforderungsreich.
 
Der Kurs vermittelt Ihnen Grundprinzipien, Methoden und Fertigkeiten handlungsorientierter Didaktik für die Begleitung des Kommunikations-lernens in der Praxisausbildung.
Im Zentrum steht die Arbeit mit kommunikativen Alltagssituationen und Gesprächen in der Berufspraxis von Studierenden und deren Einzelbegleitung. Sie analysieren Ihr Praxisfeld auf kommunikative Lernfelder und Situationen, erarbeiten Grundlagen für ein „Praxiscurriculum kommunikative Kompetenzen“. Sie erwerben Fähigkeiten zur Vor- und Nachbereitung, zu Instruktion und Begleitung, zur Beobachtung und Dokumentation sowie zum Feedback kommunikativer Lernsituationen.
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Weiter setzen Sie sich mit Ihrer Rolle als Trainer, Coach und Modell kommunikativer Praxis auseinander. Schliesslich erfahren Sie Möglichkeiten, kritische und herausfordernde Situationen im kommunikativen Praxisalltag sicher zu begleiten.

CAS Praxisausbildung

Ungewissheit, Risiken und Fehler als Lernressourcen in der PA

Lernen in der Praxisausbildung findet unter Realbedingungen der Sozialen Arbeit statt und nicht im geschützten Feld hochschulischer Übungen. Und praxisintegriertes Lernen setzt Studierende Ungewissheiten und Risiken, der Wahrscheinlichkeit von Fehlern und potenziellem Scheitern aus und entsprechende Erlebnisse von Unsicherheit, hohen Anforderungen oder Scheitern können eine krisenhafte Erfahrung sein. Aber auch Studierende haben unterschiedliche Erwartungen und Haltungen zu ungewissen Situationen, Risiken und Fehlern, erfolgsorientiert-fehlerfreundliche wie auch misserfolgsvermeidend-fehlerintolerante Studierende sind Praxisausbildenden gut bekannt. Für Praxisausbildende gilt es, Ungewissheiten auszuhaltbar zu machen, Risiken und potenzielle Fehler zu antizipieren und wenn geschehen als Lernchance zu nutzen, denn: Erfahrung und Kompetenz bilden sich nur durch reales Handeln in realen Situationen. Für die Didaktik der Praxisausbildung stellen sich zum Umgang mit Ungewissheit, Risiken und Fehlern einige Fragen:

  • Worin unterscheiden sich Ungewissheit, Risiko, critical incidents und Fehler und was bedeutet das für Lernen und Handeln?
  • Lassen sich Risiken und Ungewissheiten beim Lernen in der PA dosieren, wenn wie?
  • Wie lässt sich in risikohaften Situationen ohne oder mit nur begrenztem Schadenrisiko lernen?
  • Wie lernen Lernende unter Ungewissheit und was steht Praxisausbildenden zur Begleitung zur Verfügung?
  • Lernen Studierende aus Fehlern und wie sieht eine Fehlerkultur aus, die sowohl Fehlerverteufelung wie Fehlereuphorie vermeidet?

Der Kurs vermittelt Fachwissen, Grundprinzipien und Methoden für die Praxisausbildung zur Nutzung von Ungewissheiten, Risiken und Fehlern als Lernressourcen in der Praxisausbildung.

CAS Praxisausbildung 

Subjektorientierte Professionalisierung mit Entwicklungsaufgaben begleiten

Praxisausbildung definiert sich als intermediärer Lernort zwischen Hochschule und Praxis der Sozialen Arbeit. Sie oszilliert zwischen hochschulischen Curricula, institutionellen Rahmenbedingungen und biographisch-beruflichen Voraussetzungen und Entwicklungszielen der Studierenden. Die Kompetenzförderung in solch individualisierten und intermediär verstandenen Lernprozessen erfordert ein erweitertes Verständnis des Lehrens, Lernens und Begleitens - eine an Curricula und standardisierten Programmen orientierte Didaktik stösst hier an Grenzen. Für eine an Professionalisierung interessierte Didaktik der Praxisausbildung stellen sich dazu interessante Fragen:

  • Wie können individuelle Voraussetzungen und Entwicklungswünsche von Studierenden mit hochschulischen Kompetenzprofilen und institutionellen Anforderungen verbunden werden?
  • Wie können Praxisausbildung und Berufseinmündungsphase des (mit Bologna gekürzten) Bachelor-Studiums als Startpunkt einer berufsbiographische Perspektive lebenslangen Lernens gefasst werden?
  • Welche Konzepte eignen sich, subjektorientierte Professionalisierung Studierender wirksam anzuregen?
  • Welche Assessment-, Planungs-, Lehr-, Lern-, Begleitungs- und Beurteilungsformen moderieren wirksame Professionalisierungsprozesse bei Studierenden?

Antworten auf diese didaktischen Fragen der Praxisausbildung geben das Konzept der subjektorientierten Professionalisierung mit Entwicklungsaufgaben von Hericks, das Kompetenzentwicklungs­modell von Weinhardt sowie die Lernfelddidaktik.

CAS Adressatengerechte Kommunikation

Visualisieren von 
Gesprächsinhalten

Die Aussage «Ein Bild sagt mehr als tausend Worte» kommt nicht von ungefähr. In vielen Situationen hilft ein Bild, eine einfache Zeichnung oder eine Skizze, um Zusammenhänge besser zu verstehen. Die visuelle Darstellung von Optionen in einem Entscheidungsprozess kann das Nachdenken und Kommunizieren darüber erleichtern – und sei es nur dadurch, dass man mit dem Finger auf das zeigen kann, worüber man jetzt gerade spricht. Wer noch wenig mit einem Thema vertraut ist oder einen Ablauf noch nicht kennt, ist froh um eine übersichtliche Darstellung mit den wichtigsten Eckpunkten, an die man sich halten kann. Dies gilt auch für Menschen, die sich sprachlich nicht so gut ausdrücken können oder Schwierigkeiten im Sprachverständnis haben.

Im Fachseminar lernen Sie, wie Sie Informationen, Optionen, Abläufe visuell darstellen können. Dazu werden folgende Themen im Modul bearbeitet:

  • Grundwissen zur Psychologie visueller Wahrnehmung und Informationsverarbeitung,
  • Ein Zugang zu eigenen visuellen Ressourcen,
  • Grundlagen, Methoden und Techniken des «visual thinking» (u.a. bikablo®),
  • Vorgehensweisen zur Visualisierung von Inhalten – vor und in Gesprächen,
  • Einsatz von Piktogrammen, Graphiken und weiteren Visualisierungen in Beratungs-, Entscheidungs- oder Beurteilungsgesprächen,
  • Arbeit an einem berufsbezogenen visuellen Basiswortschatz,
  • Visuelle Umsetzung eines eigenen Gesprächsthemas oder -inhalts.